Literatur

Fast zeitgleich mit Dan Browns „Inferno“ ist im Gegensatz zu diesem völlig unbemerkt mein Roman „Rostfrei 20/10“ erschienen. Als Neuling unter den Autoren habe ich erfahren müssen, dass es mir ohne einen gewissen Bekanntheitsgrad, also ohne Marktwert, praktisch verwehrt war, von einem der großen Publikumsverlage in der Masse der Manuskripteinsender wahrgenommen zu werden. Die von Kurt Tucholsky in „Schloss Gripsholm – Eine Sommergeschichte“ Anfang der 30er Jahre ironisierte Korrespondenz mit seinem Verleger Ernst Rowohlt dürfte heute eine Ausnahmeerscheinung im Verhältnis zwischen Schriftsteller und Verlag geworden sein. Um meinen Roman überhaupt und nach meinen Vorstellungen veröffentlichen zu können, habe ich den Satz und das Layout des Buches sowie die Covergrafik selbst entworfen. Der Roman ist nicht lektoriert und vermittelt seinem Leser den ungefilterten Zugang zu meiner Gedankenwelt. Mein Wunsch ist natürlich, ein großes Publikum zu erreichen.

Sein Protagonist Robert, ein einfacher Beamter, wird aus seiner genügsamen, langweiligen Existenz gerissen, weil plötzlich die überaus attraktive Julia in sein Leben knallt, die durch eine geheimnisvolle Operation die Erinnerung an ihre Vergangenheit verloren hat und seltsamerweise auf den Fahndungslisten der Polizei und diverser Geheimdienste steht. Robert erliegt ihrem Charme und flüchtet mit ihr quer durch Deutschland, bringt sich dabei um seine Existenz und verfällt, als er zufällig von seiner Geliebten getrennt wird, der Sucht. Die couragierte Muslimin Ceca fängt den Gestrauchelten auf und versucht brachial, ihm die Rückkehr in die Normalität zu ermöglichen. Dieses fiktive Dreiecksverhältnis ist mit tatsächlichen Begebenheiten des Jahres 2010 verwoben und befördert so den politischen Charakter des Buches: Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko, die Verlängerung der Laufzeiten deutscher Kernkraftwerke und die ungelöste Frage der Lagerung ihres radioaktiven Abfalls, der dramatische Anstieg deutscher Rüstungsexporte, die voranschreitende Einengung der Meinungsfreiheit, die Manipulation der Bürger und ihrer Volksvertreter durch die Wirtschaftsmacht werden ebenso thematisiert, wie die Verödung unserer Kleinstädte oder der Missbrauch von Kindern, um nur ein paar der eingearbeiteten Probleme des Jahres unsortiert anzuführen. Ein wesentliches Prinzip dieses Buches und die Herausforderung unserer Zeit: massenhaft angehäufte Daten sinnvoll zu ordnen und daraus etwas Neues entstehen zu lassen. Gänzlich ungewöhnlich für einen Roman sind zahlreiche Quellenverweise im Text, die eher an ein Sachbuch denken lassen.

Die Vorgeschichte von Rostfrei 20/10 ist lang. Schon immer hat mich ein perfekt gesetztes Buch fasziniert und die durch die Computertechnik geschaffenen Möglichkeiten reizten mich bereits in den 90er Jahren, einmal ein Buch zu schreiben. Ich besaß damals einen „Amiga“, für den es bedauerlicherweise kein wirklich brauchbares Textverarbeitungsprogramm gab. Einzig das plattformübergreifende Satzprogramm „Latex“ lief auch auf diesem Rechner und es hat seitdem meine ungebrochene Zuneigung. Nur die erforderliche Zeit fehlte mir. Völlig unerwartet hatte ich dann aus gesundheitlichen Gründen seit Mitte 2010, als ich 57jährig meinen Beruf als Rechtspfleger nicht mehr ausüben konnte, Muße, mich meiner alten Liebe zuzuwenden und konnte so angesammelte Ideen aufgreifen und mit aktuellen Nachrichten verknüpfen.

Ein Mühlen-Küchenmesser mit der Prägung „Robert Herder Carbon Solingen Germany“ entpuppte sich als Initialzündung für den Roman: Deutschland als Handlungsort. Solingen mit seinen sieben Moscheen und dem Brandanschlag vor 20 Jahren, seinem Kunstmuseum und der Sammlung Serke waren der Aufhänger zur Reflexion über die Integration Zugewanderter und über den heutigen Umgang mit der Meinungsfreiheit. Der Name des Protagonisten war für mich vorgegeben: „Robert Solingen“. Zu seinem Vornamen ergab sich wie von selbst die Alliteration „Rostfrei 18/10“, die zum abgewandelten Titel des Romans führte, der im Spätsommer 2010 spielt, dem Beginn meiner Schreibarbeit.

Mein Roman „Rostfrei 20/10“ ist beim Verlag Bod – Books on Demand, Norderstedt erschienen.

Als Taschenbuch mit der ISBN 9 783732 241569 wird er zum Verkaufspreis von 21,90 €

1 Kommentar:

  1. Wer Karl den Reimer kennt,
    weiß, dass er Dinge klar benennt,
    die in der Welt ringsum passieren,
    von Typen, die auch mal regieren.

    Doch öfter anstatt zu regieren
    vergessen sie gute Manieren.
    Es herrscht stattdessen Zank und Streit,
    was Karl den Reimer nicht erfreut.

    Wenn auch der Reim bisweilen hinkt,
    so geißelt er doch, was ihm stinkt.
    "Er lobt nicht über den Grünen Klee",
    bemerkt ein Sangesbruder a.D.

    AntwortenLöschen